Gratis-Kunst für Arme


Gratis-Kunst für Arme

Beitragvon Christine Krauskopf Kulo HDH » 5. Mai 2012, 20:35

Ein Artikel aus den Pinneberger Nachrichten mit Kommentaren von Hilde Rektorschek und Angela Meyenburg.

http://www.a-beig.de/index.php?id=160&tx_ttnews[tt_news]=1927381&no_cache=1
Christine Krauskopf Kulo HDH
 
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Re: Gratis-Kunst für Arme -HIER ist der Artikel

Beitragvon Admin » 6. Mai 2012, 17:42

Hier ist der artikel, ich hab ihn auch hier reinkopiert, falls er aus dem Internet verschwindet...
http://www.wedel-schulauer-tageblatt.de ... -arme.html

Gratis-Kunst für Arme


5. Mai 2012 | 00:10 Uhr | von epd

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HAMBURG. Die Idee ist einfach: Nicht verkaufte Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen werden verschenkt - an Menschen, die sich den Eintritt nicht leisten können. Nach diesem Prinzip arbeitet seit September 2009 der Verein Kulturloge im hessischen Marburg. Hier wurde die Idee erfunden, die Nachahmer in ganz Deutschland gefunden hat. Aus der Idee ist längst eine Bewegung geworden.

Mehr als ein Dutzend Vereine vermitteln als "Kulturlogen" Eintrittskarten an finanziell Schwache, zum Beispiel in Wuppertal und im Ruhrgebiet, in Ulm, Leipzig, Berlin - und auch in Hamburg. In weiteren Städten sind Logen in Planung. Tausende profitieren davon: Alleine in Marburg, Hamburg und Berlin sind mehr als 6000 Menschen als Logengäste registriert. Ziel ist es, Armen die Teilhabe am kulturellen Leben in ihrer Stadt zu ermöglichen.

Ob sie das schaffen, wurde bereits wissenschaftlich untersucht: Forscher der Uni Hildesheim befragten Berliner Kulturlogengäste. Sie fanden heraus: Die meisten Gäste (71 Prozent) sind erwerbslos oder in Rente. Vier von zehn Befragten gaben an, dass sie sich davon erhoffen, mehr unter Menschen zu kommen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. 90 Prozent gaben an, dass sie für die Theater- und Kabarettbesuche bezahlen würden, wenn sie es sich leisten könnten.

Die Politik befürwortet die Initiativen. Die nordrhein-westfälische Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) lobt die Kulturloge Ruhr, bei der sich alle, wie das bei Kulturlogen üblich ist, ehrenamtlich engagieren: "Mit ihrem freiwilligen Einsatz sorgen sie für mehr Lebensqualität und für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft." Kultur sei "lebensnotwendig wie Essen und Trinken. Sie darf kein Luxusgut für wenige sein." Schäfer appelliert an Städte und Kulturdezernate, "diese beispielhafte Arbeit zu unterstützen".

Mit dem Wachsen der Bewegung wurde die Gründung eines Bundesverbands immer dringender, sagt Hilde Rektorschek. Sie ist die Vorsitzende des neuen Verbands und der Marburger Kulturloge. Der Bundesverband soll weitere Kulturlogen anstoßen und bei Gründungen helfen.

Besonderen Wert legt Rektorschek darauf, dass "das einzigartige Konzept der Kulturloge nicht verwässert" wird. So dürfe kein Bedürftiger "bloßgestellt oder beschämt werden", sagt Rektorschek. Niemand müsse einen Einkommensnachweis vorlegen. Die Kulturgäste werden von sozialen Institutionen empfohlen, diese bürgen für deren Bedürftigkeit.

Andere Kulturinitiativen für Arme sehen das anders. Miriam Kremer, Sprecherin der Kulturloge Berlin, sagt: "Wir müssen sicherstellen, dass unser Angebot die Richtigen erreicht." Anmelden kann sich in Berlin jeder, der maximal 900 Euro im Monat netto hat und das auch schriftlich belegt. Aber: "Wir legen großen Wert darauf, dass an der Abendkasse kein Bescheid vorgelegt werden muss", sagt Kremer. So handhaben es auch andere Logen, etwa in Hamburg und im Ruhrgebiet.

Bei so viel Uneinigkeit überrascht es nicht, dass es nun nicht nur einen neuen Bundesverband gibt: Sechs Kulturlogen, darunter Berlin und Hamburg, haben sich zu einer eigenen bundesweiten Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, der "Arbeitsgemeinschaft der Kulturlogen in Deutschland". Auch sie will Neugründungen von Kulturlogen unterstützen.

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Leserkommentare






HILDE REKTORSCHEK 05.05.2012 12:32




Behutsam -würdevoll-nachhaltig
Immer mehr Menschen werden vom Zugang zu kulturellen Veranstaltungen ausgeschlossen. Dies geschieht nicht etwa aus mangelndem Interesse, sondern aus Geldnot. Der Zweck und das Ziel der Kulturloge ist es, nicht verkaufte Eintrittskarten, die Kulturveranstalter zur Verfügung stellen, an Menschen mit geringem Einkommen kostenlos weiterzugeben. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vermitteln die Karten und lassen sie beim Veranstalter an der Abendkasse auf den Namen des Kulturgastes hinterlegen. So ermöglicht die Kulturloge diesen Menschen eine Teilhabe an der Kultur und am gesellschaftlichen Leben.
Örtliche soziale Initiativen und Beratungsstellen informieren die Menschen mit geringen Einkommen über das Angebot der Kulturloge. Bei diesen Kooperationspartnern und bei denen, die Bescheide ausstellen und vielen anderen Institutionen können Kulturgäste ihre Anmeldeformulare versehen mit ihren kulturellen Interessen für die Kulturloge abgeben. Mit ihrem Stempel empfehlen die Institutionen den Bewerber für die Kulturloge.
Die Schutzrechte der Kulturloge , die an die Grundsätze gebunden sind, werden auf den Bundesverband Deutsche Kulturloge (e.V.) übertragen.
Der Bundesverband will für die Kulturlogen-Arbeit transparente klare und verbindliche Regelungen vereinbaren und den sich bundesweit gründenden Kulturlogen Hilfestellung geben.
Die Mitglieder der AG sind eingeladen, den Namen beim Bundesverband anzufragen, die Grundsätze einzuhalten und Mitglied im Bundesverband zu werden.
Die Verunsicherung der Ehrenamtlichen, die Kulturlogen gründen möchten, hätte dann auch ein Ende.
Nur das würdevolle Miteinander stärkt das gute Werk - Menschen mit wenig Geld bekommen so die Möglichkeit, an der Kultur und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Hilde Rektorschek 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Kulturloge (e.V.)



ANGELA MEYENBURG 05.05.2012 19:45

Einladung zum Beitritt in den Bundesverband


Sehr geehrte Frau Rektorschek,

da wir seit mehr als einem halben Jahr in der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Kulturlogen Deutschlands bereits Mitglied sind, sehen wir keine Notwendigkeit in eine weitere Organisation einzutreten. Die Arbeit innerhalb der AdKD ist äusserst produktiv und ein interessanter und reger Austausch zwischen den Städten (Bamberg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Leipzig, Dresden, Herborn-Dillenburg-Haiger, Göttingen, Ruhr, München, Leverkusen...) findet statt.
Ich bendanke mich für Ihre Einladung, seltsam, dass sie Berlin in dieser Form erreicht.

Angela Meyenburg Initiatorin und Leiterin der Kulturloge Berlin



MALE RINSLAND 06.05.2012 11:54

Kulturlogenarbeit in Deutschland


Wenn Hilde Rektorschek die Einladung zu den Treffen der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Kulturlogen
in Deutschland angenommen hätte, und vor Ort gewesen wäre... sie wäre vielleicht überrascht gewesen
mit wie viel Herz die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Idee von Frau Krauskopf Wirklichkeit werden lassen.
Und wie würdevoll, behutsam und nachhaltig diese Menschen miteinander und mit den Gästen unterwegs sind.
Und dass die Idee ganz und gar nicht "verwässert" ist und wird. Zehntausende Karten wurden bereits vermittelt.
Und die Arbeit zieht Kreise. Die Kulturlogen bestärken und unterstützen sich gegenseitig.
Auf die von Hilde Rektorschek angeführten "Abweichungen" werde ich hier nicht mehr en detail eingehen.
Denn mir dräng sich der Eindruck auf, dass es um inhaltliche Unterschiede (“Verwässerung”) hier gar nicht geht.
Vielleicht eher darum, dass Hilde Rektorschek um jeden Preis Galionsfigur sein will?
Wen es trotzdem interessiert, um was im einzelnen Frau Rektorschek hier eigentlich streitet, dem seinen folgende links empfohlen:
www.zeit.de/kultur/2012-03/kulturlogen-deutschland inclusive der Kommentare
forum.op-marburg.de/showthread.php
www.kulturundpolitik.de/aktuelles/zugang-zur-kultur
Auf die konkreten inhaltlichen Dinge ist Frau Rektorschek bislang dort NICHT eingegangen.
Das könnte den Schluss zulassen, dass es ihr um Inhalte NICHT geht.
Sondern dass sei gerne (um jeden Preis?) vorneweg marschieren würde.
Aber die bundesweite Arbeit ist längst unterwegs. Unterwegs für die Menschen die kein Geld haben. Um deren Teilhabe an Kultur zu gewährleisten.
Die Zukunft wird zeigen wer wie und womit die Kulturlogenarbeit fördert und voranbringt
Male Rinsland 2. Vors. Kulturloge Herborn Dillenburg Haiger
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