KL Hochtaunus- Bedürftigkeit NICHT nachweisen??


KL Hochtaunus- Bedürftigkeit NICHT nachweisen??

Beitragvon Admin » 11. Okt 2012, 06:06

http://www.fnp.de/tz/region/lokales/hoc ... 65.de.html

Kostenlose Kino- und Konzertkarten

Wie das Evangelische Dekanat eine Brücke zwischen kulturellem Mangel und Überfluss schlagen will

Einerseits tritt kein Kulturschaffender gern vor halbleeren Rängen auf, andererseits ist die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen für viele eine finanzielle Frage. Dieses Dilemma könnte die Gründung einer "Kulturloge" lösen.

Von Monika Melzer-Hadji

Hochtaunus. Immerhin 20 Interessierte waren am Montagabend in die Unterkirche der Gedächtniskirche gekommen, um sich über das Konzept der "Kulturloge" zu informieren. "Ähnlich wie bei der ,Tafel’ geht es darum, die Brücke zwischen Überfluss und Mangel zu schlagen", erläuterte Dr. Felix Blaser. Der Referent für Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Dekanats Hochtaunus will die in Marburg von entwickelte Idee auch in den Hochtaunuskreis holen: Kulturveranstalter stellen dem Verein freie Plätze zur Verfügung, die dieser kostenlos an ihm bekannte Menschen mit geringem Einkommen vermittelt. "Das Besondere an dem Konzept ist, dass Kulturgäste ihre Bedürftigkeit – anders als bei der ,Tafel’ – nicht nachweisen müssen", erläuterte Hilde Rektorschek, Mitbegründerin der Kulturloge Marburg und Vorsitzende des Bundesverbandes.

Nicht nur in der Stadt der Heiligen Elisabeth funktioniere das inzwischen einwandfrei: Über eine unkomplizierte Anmeldekarte, die lediglich von einer sozialen Institution abzustempeln sei, werde man in die Datei aufgenommen.



Zugang für die Kinder


Das Angebot in Marburg beinhaltet Theater, Lesungen, Kino und verschiedene Musiksparten. Von vielen Marburger Kulturbetrieben bekommt die Loge nicht nur Restkarten, sondern sogar ein kleines Kontingent kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ehrenamtliche Helfer telefonieren mit Hilfe eines für Gerechtigkeit sorgenden Computerprogramms die "passenden" Interessierten ab und fragen zudem an, ob sie für eine bestimmte Vorstellung zwei Karten haben möchten. Die Karten werden dann auf den Namen des Gastes an der Abendkasse hinterlegt.

"Es ist dem Kulturgast selbst überlassen, wen er auf die zweite Karte mitnimmt. Die Leute genießen es sehr, auch einmal jemanden einladen zu können", erzählte Rektorschek, die weder über das ,Erschleichen’ noch über nicht abgeholte Karten klagen kann. Im Gegenteil: "Viele Menschen sind sehr bescheiden und trauen sich nicht, sich für mehr als eine Kategorie zu melden."

Besonders für Kinder sei der Zugang und die Teilnahme an kulturellen Ereignissen aber wichtig – und da gehöre auch mal ein Kinobesuch dazu, den sich eine Familie sonst gar nicht leisten könne, betonte Rektorschek.

Blöser legt Wert auf die Feststellung, dass die Kulturloge kein Gegenangebot für den bereits sehr erfolgreich eingesetzten "Bad Homburg Pass" oder sein Oberurseler Pendant sei, sondern einfach eine Ergänzung darstellen soll. Er hat in den vergangenen Wochen bereits mit einer Reihe von Kulturvertretern gesprochen und ist dort ebenso auf offene Ohren gestoßen wie bei den Verantwortlichen sozialer Institutionen. Bei einem zweiten Informations- und Vorbereitungstreffen am 18. Mai kommenden Jahres soll eruiert werden, wer bereit wäre, den Verein zu unterstützen. Dann spräche eigentlich nichts mehr dagegen, dass es auch im Hochtaunuskreis bald heißt: "Plätze frei? Sei dabei!"
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